Maschinenbau in Deutschland: Bestellungen sinken um fast ein Drittel

„Erwartungsgemäß hat Corona tiefe Spuren in den Orderbüchern des Maschinenbaus hinterlassen. Der Auftragseingang verfehlte im April sein Vorjahresniveau real um insgesamt 31 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit der Finanzkrise 2008/2009“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Die Inlandsorders gingen um 25 Prozent zurück. Die Auslandsbestellungen fielen sogar um 34 Prozent, wobei der Rückgang aus den Euro-Ländern (minus 33 Prozent) und Nicht-Euro-Ländern (minus 34 Prozent) fast gleich hoch ausfiel. Im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Februar bis April 2020 sank der Auftragseingang um real 14 Prozent zum Vorjahr.

Außenhandel: Steigerung der Exporte im September um +4,6 Prozent

Im September 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 114,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 93,0 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im September 2019 um 4,6 % und die Importe um 2,3 % höher als im September 2018.

Die Außenhandelsbilanz schloss im September 2019 mit einem Überschuss von 21,1 Milliarden Euro ab,.die Leistungsbilanz erzielte im gleichen Zeitraum sogar einen Überschuss von 25,5 Milliarden Euro.

Gegenüber September 2018 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 5,6 % und die Importe aus diesen Ländern um 2,1 %. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, stiegen die Exporte um +7,0 % und die Importe um +3,3 %.

Ähnlich ist der Blick auf die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer). Hier stiegen die Exporte um 3,2 % und die Importe um 2,5 %.

Deutsche Wirtschaft im Abschwung?

Das RWI – Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung senkt seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 von 0,8 auf 0,4 Prozent. Für 2020 erwartet es statt 1,4 jetzt 0,9 Prozent, für 2021 einen Anstieg auf 1,3 Prozent. Das Risiko einer Rezession ist zwar gestiegen, Bautätigkeit und privater Konsum zeigen sich aber robust. Die Arbeitslosenquote dürfte in diesem und im nächsten Jahr bei 5 Prozent liegen. Dabei wird eine Inflationsrate von 1,4 Prozent in diesem und 1,3 Prozent im kommenden Jahr erwartet. Die öffentlichen Haushalte werden 2019 und 2020 voraussichtlich Überschüsse von knapp 52 bzw. knapp 40 Milliarden Euro erzielen. Die Prognose geht davon aus, dass Großbritannien geregelt die EU verlässt.

Auftragseingänge im Maschinenbau erneut gesunken

Die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau sind im Mai 2019 abermals um real 7 Prozent gesunken. Bei nahezu stagnierender Inlandsnachfrage (minus 1 Prozent) lagen die Bestellungen aus dem Ausland insgesamt um 9 Prozent unter dem allerdings recht hohen Vorjahresniveau. „Die Maschinenbaufirmen bekommen die schwache Performance der exportierenden Industrie sehr deutlich zu spüren, viele Investoren treten auf die Bremse“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Die Auftragseingänge aus den Euro-Partnerländern sanken im Mai um 6 Prozent, aus dem restlichen Ausland gingen 10 Prozent weniger Aufträge ein.

Im Drei-Monats-Vergleich März bis Mai 2019 lagen die Bestellungen insgesamt um real 9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Während die Inlandsorders um 11 Prozent sanken, gingen die Auftragseingänge aus dem Ausland um 8 Prozent zurück. Die Bestellungen aus dem Euro-Raum gaben um 5 Prozent nach, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 10 Prozent weniger Aufträge.

Der VDMA rechnet für 2019 mit einem realen Minus in der Produktion von 2 Prozent.

Auftragseingang im deutschen Maschinenbau weiter rückläufig

Der Auftragseingang des Maschinenbaus bleibt unter Druck. Die Branche verzeichnete im März bereits das vierte Minus in Folge. Besonders stark waren die Einbußen diesmal mit -15 Prozent im Inland. Aber auch die Auslandsbestellungen verfehlten ihr Vorjahresniveau um -8 Prozent deutlich. Während die Bestellungen aus den Euro-Partnerländern mit einem Minus von 3 Prozent noch vergleichsweise glimpflich davon kamen, sanken die Orders aus den Nicht-Euro-Ländern trotz Großanlagengeschäft deutlich um -9 Prozent.

Quelle: VDMA

Erste mobile Brennstoffzelle mit TÜV-SÜD Prüfsiegel

Das Unternehmen EPH-Elektronik aus Besigheim präsentiert nach eigenen Angaben die welt­weit erste mobile Brennstoffzelle für netzferne Stromversorgung mit TÜV SÜD Zertifikat. Unter dem Namen G-E-O-S Donator C380 arbeitet die Brennstoffzelle im Verbund mit Batterien als Hybridsystem mit Ladefunktion. Das überwacht den Ladezustand der Batterie, schaltet sich bei Bedarf automatisch zu und lädt die Batterie mit 380 W Leistung nach. Sie wird mit sauberem Wasserstoff betrieben, leistet 380 Watt und erfüllt sicherheits- und produktionstechnische DIN EN-Normen und lässt sich überall dort einsetzen, wo umweltfreundliche Stromerzeugung gewünscht ist oder auf kein Stromnetz zugegriffen werden kann. Beispiele sind die Verkehrstechnik, die Bau­stellenüberwachung oder auch Berghütten sowie der Caravaning- und Bootsbereich.

Donator C380: Weltweit erste Brennstoffzelle für netzferne Energieversorgung mit TÜV SÜD Zertifikat von EPH

Donator C380: Weltweit erste Brennstoffzelle für netzferne Energieversorgung mit TÜV SÜD Zertifikat von EPH

Weltweit einzigartige Femtosekundenlaseranlage eingeweiht

Im Fachbereich Ingenieurwissenschaften der Hochschule RheinMain wurde gestern eine neue Femtosekundenlaseranlage feierlich eingeweiht. Installiert wurde ein Ultrakurzpuls-Laser und ein spezieller Scanner, deren Kombination weltweit einzigartig ist. „Mit diesem System können wir zukünftig dreidimensionale Funktionalisierungen von Materialien in extrem kleinen Skalen durchführen und mikrooptische Bauelemente herstellen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Kontermann, Leiter der Arbeitsgruppe Photonik, der den neuen Laser vorstellte. Anwendung finden kann das System zum Beispiel bei der Herstellung von Solarmodulen mit schwarzem Silicium zur Steigerung der Effektivität. Eine weitere Anwendung ist die Produktion von transparenten Lichtflächen.

Femtosekundenlaseranlage im Betrieb. © Justus Künanz | Hochschule RheinMain

Femtosekundenlaseranlage im Betrieb. © Justus Künanz | Hochschule RheinMain

Femtosekundenlaseranlage im Betrieb.
© Justus Künanz | Hochschule RheinMain

Möglich gemacht wurde der Aufbau der Femtosekundenlaseranlage durch die Förderung des Forschungsprojekts „Ultrakurzpuls-Lasermaterial-funktionalisierung für innovative, mikrooptische Bauelemente (UltraLIMO)“. „Das Projekt steht im Kontext des profilbildenden Forschungsschwerpunkts ‚Engineering 4.0‘ der Hochschule RheinMain. Das Forschungsprojekt ist Ausgangspunkt für weitere Forschungen, Abschlussarbeiten von Studierenden und für Promotionen.